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Blogger Rechte Teil 6: Bilder, Grafiken und Skizze...

Blogger Rechte Teil 6: Bilder, Grafiken und Skizzen

Wir wünschen euch ein frohes neues Jahr und beginnen es mit einer weiteren Folge unserer Serie “Blogger-Rechte”!

Blogger Rechte: rechtlicher Schutz von Bildern, Grafiken und Skizzen

Wie schon im vorigen Beitrag angekündigt, widmen wir uns nun dem rechtlichen Schutz von Bildern, Grafiken und Skizzen.

Gleich vorweg: Fotos sind auf jeden Fall rechtlich geschützt.

Sie müssen sich stets um die Einwilligung des Rechteinhabers kümmern, wenn Sie Fotos in Ihrem Blog verwenden möchten. Gleiches gilt in den meisten Fällen auch für Zeichnungen und Skizzen.

Nach der Rechtsprechung sind Fotografien fast immer ein urheberrechtlich geschütztes Werk. Der Oberste Gerichtshof hat urheberrechtlichen Schutz sogar in jenen Fällen bejaht, in denen es gut möglich ist, dass mehrere Fotografen zu einem sehr ähnlichen Aufnahmeergebnis gelangen würden. Das bedeutet, dass selbst banalste Fotos von Speisen und Getränken nach dem Urheberrechtsgesetz vor der Übernahme ohne Einwilligung des Rechteinhabers geschützt sind.

Es besteht ohnehin auch rechtlicher Schutz, wenn Fotos ausnahmsweise kein Werk darstellen. Das ist der Fall, wenn es überhaupt keinen gestalterischen Spielraum gibt, den der Fotograf ausnutzen kann. Ich stelle mir das zum Beispiel bei Passfotos vor, die ja nach EU-Vorgaben völlig genormt sind. Die Größe und Position des Kopfes und auch der Blick der Abgebildeten sind fest vorgeschrieben.

Wie sind solche „schlichten“ Fotos geschützt?

Im Urheberrechtsgesetz findet sich ein sogenanntes „verwandtes“ Schutzrecht, das die Leistung des Fotografen (er heißt dort „Lichtbildhersteller“) schützt. Man spricht daher auch von einem Leistungsschutzrecht. Dieses Recht verleiht dem Fotografen im Prinzip dieselben Befugnisse wie das Urheberrecht. Wie ein Urheber kann er anderen die Nutzung seiner Fotos verbieten oder auch erlauben. Dieses Schutzrecht besteht für den Zeitraum von 50 Jahren nach der Aufnahme des Fotos.

Daher hat es keinen Sinn, wenn Sie sich damit verteidigen, dass das von Ihnen übernommene Foto gar kein Werk ist. Sie müssen um eine Erlaubnis des Rechteinhabers anfragen. Das kann der Fotograf, dessen Unternehmen, ein Verlag oder auch eine Bildagentur sein.

Wenn Sie Bilder im Internet finden, die Sie gerne nutzen würden, sollten Sie die Website nach einer Kontaktmöglichkeit mit dem Rechteinhaber durchsuchen. Nur weil Sie die Bilder im Browser abrufen können, folgt nicht, dass Sie diese in Ihrem Blog verwenden dürfen. Möglicherweise finden Sie beim Bild oder auf einer anderen Unterseite eine Erklärung, dass und unter welchen Bedingungen die Bildnutzung gestattet ist. Es gibt im Internet schon einige Bilder, die Sie gratis verwenden dürfen; teilweise dann, wenn Sie die Quelle angeben. Falls Sie keine solche Erklärung finden, wenden Sie sich an den Webmaster.

Wichtig: Die Angabe der Bildquelle alleine genügt nicht!

Wenn Sie keine Rechte am Bild haben, dann ist die Nutzung nicht erlaubt, auch dann nicht, wenn Sie die Quelle angeben.

Zeichnungen und Skizzen sind meistens individuell genug, sodass die Gerichte ein Werk im Sinn des Urheberrechts annehmen. Auch hier rate ich also von einer Übernahme in Ihren Blog ab, sofern Sie nicht die Erlaubnis des Rechteinhabers haben.

Abmahnschreiben bei einer Rechtsverletzung

Da Ihr Blog weltweit im Internet abrufbar ist, drohen Ihnen bei einer Rechtsverletzung Abmahnschreiben oder sogar Klagen aus Nachbarstaaten. Aufgrund des in Urheberrechtssachen üblichen Streitwerts ist das Kostenrisiko beträchtlich. Und auch dann, wenn Sie überhaupt kein Verschulden trifft, weil Sie davon ausgegangen sind, dass Sie das Bild verwenden durften, schulden Sie dem Rechteinhaber ein so genanntes angemessenes Nutzungsentgelt. Das ist jener Betrag, der üblicherweise vereinbart worden wäre, wenn Sie im Vorhinein um eine Nutzungserlaubnis abgefragt hätten, also der Marktpreis.

Bestimmte Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, das Internet nach rechtswidriger Nutzung von Fotos abzusuchen und die Betroffenen durch Anwaltskanzleien abzumahnen. Ich rate Ihnen daher, Speisen und Getränke selbst zu fotografieren oder dann, wenn Sie die Bilder von anderen verwenden möchten, eine schriftliche Erlaubnis einzuholen.

Wenn auch du Fragen in Sachen “Neue Medien” oder Blogger-Rechte hast, schick dein Anliegen an office@koukal.at!


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  1. Danke für die Informationen! 🙂

  2. Patrick

    21 Juni

    Wirklich gut und verständlich zusammengefasst. Das bringt Klarheit. Als Blogger der Bilder nutzt hat man schließlich eine ganze Menge zu beachten.

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