Blogger Rechte: Restaurant-Tests

Blogger Rechte: Restaurant-Tests

Nach einer längeren Pause gibt es heute einen neuen Beitrag zum Thema “Blogger Rechte”!

Bloggerrechte

Wir widmen uns diesmal der Frage einer unserer Bloggerinnen:

“Ich bin gerade dabei meinen Blog zu starten und ein Aspekt ist dabei auch Lokale zu testen und darüber zu schreiben.
Darf ich Fotos, die ich vom Lokal mache ohne deren Wissen am Blog posten… Gastgarten, Toiletten, Bar, etc. und eine Bewertung schreiben? Oder muss ich vorher mit den Lokalen in Kontakt treten?”

Ein Lokalbetreiber muss nicht dulden, dass Sie in seinen Räumlichkeiten Fotos machen. Er kann Ihnen Fotografieren auf Basis seines Hausrechts verbieten. Wenn Sie allerdings Fotos geschossen haben, dann kann Ihnen der Lokalbetreiber die Veröffentlichung dieser Fotos im Internet nicht so ohne weiteres untersagen. Er könnte allenfalls gegen (verfremdete) Bilder vorgehen, die das Lokal und dessen Betreiber in ein schlechtes Licht rücken.

Urheberrechtlich kann er in der Regel nichts gegen die Veröffentlichung der Bilder machen. Die übliche Lokaleinrichtung ist urheberrechtlich nicht geschützt. Das bedeutet, ein Foto davon (an sich eine Vervielfältigung im Urheberrecht) stellt keinen Rechtseingriff dar. Sie sollten aber darauf achten, keine Kunstwerke im Hintergrund des Motivs abzulichten, zB Bilder an der Wand. Sollten diese Kunstwerke erkennbar sein, könnte das bereits eine Urheberrechtsverletzung darstellen.

Fotos von Speisen waren auch schon Gegenstand einer Diskussion unter Urheberrechtlern. Im Zusammenhang mit „Foodporn“, also der Darstellung von Gedeck und Speisen in Blogs und auf Social Media Plattformen, behaupteten einige Lokalbetreiber Urheberrechtsverletzungen. Ihr Argument: Die Komposition auf dem Teller stelle ein Werk im Sinn des Urheberrechts dar. Für auf übliche Weise angerichtete Speisen wird das meiner Meinung nach nicht zutreffen. Vorsicht ist vielleicht bei bestimmten Haubenlokalen geboten, die tatsächlich Speisen künstlerisch auf dem Teller arrangieren.

Im Zusammenhang mit Lokalkritiken müssen Sie auch darauf achten, ausschließlich wahre (und in einem Streitfall von Ihnen beweisbare) Tatsachen zu schildern. Auf Basis von geschilderten Tatsachen können Sie dann auch Ihre persönliche Meinung (zum Beispiel „nie wieder!“) schreiben. Diese Wertung muss allerdings eine Stütze in den Tatsachen haben – zum Beispiel verdorbene Speisen. Andernfalls riskieren Sie eine Klage wegen Kreditschädigung. Sie sollten auch auf Übertreibungen und Pauschalierungen verzichten.

Keinesfalls sollten Sie ohne Rückfrage Bilder des Lokals online stellen, die andere gemacht haben. Denn der Fotograf (oder derjenige, dem er/sie Rechte eingeräumt hat) können Ihnen diese Nutzung untersagen.

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!!

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Herr Mag. Alexander Koukal LL.M ist spezialisiert auf
Medienrecht und Persönlichkeitsschutz, Immaterialgüterrecht,
IT-Recht und Vereinsrecht


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  1. redaktionkitchennews

    6 Juli

    Vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Besonders das Thema der Kritiken ist immer eine heiße Sache. Da tappst man als Blogger schell mal ins Fettnäpfchen.

  2. […] Im Recht: Darf man Fotos aus dem Restau­rant beden­ken­los in sei­nem Food­blog pos­ten? Und wie sieht’s mit einer Bewer­tung des Lokals aus? Der­lei Fra­gen klä­ren die Öster­rei­chi­schen Food­blog­ger in ihrem neuen Bei­trag zum Thema Blogger-Rechte. Öster­rei­chi­sche Foodblogger […]

  3. Immer wieder gut zu wissen – die Frage hätte von mir kommen können [;

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